So gab es beispielsweise viele Beschwerden von Menschen, die auf eine Invasion Venezuelas durch die USA gewettet hatten. Der Wettanbieter wertete den Einsatz der USA Anfang Januar 2026 aber nicht als Invasion – die Wettenden verloren ihren Einsatz.
Das nachzuweisen, sei in der Praxis “sehr, sehr, sehr schwer”, so Heider. "Insiderhandel ist notorisch schwer nachweisbar", bestätigt Rechtswissenschaftler Klöhn. „Der Grund dafür ist, dass die Kapitalmärkte anonym sind und es häufig schwer ist, Handelsbewegungen zu verfolgen.“ Die zuständigen Behörden, Börsenaufsicht SEC, das Justizministerium (DOJ) und die für den Rohstoffhandel zuständige Behörde CFTC, gaben keine Auskünfte zu möglichen Ermittlungen in den Fällen. Aitan Goelman, ein ehemaliger Chefermittler bei der Aufsichtsbehörde CFTC, erklärte, dass die Börsen und Behörden solche Geschäfte normalerweise als "'anomal und interessant' einstufen" und prüfen würden. Um die Fälle aufzuklären, wären jedoch intensive Anstrengungen notwendig.
"Wenn es sich um einen einzelnen Akteur oder eine Gruppe kooperierender Akteure handelte, würde es ein hohes Maß an Koordination zwischen verschiedenen, entschlossen handelnden Regulierungsbehörden erfordern, um der Sache auf den Grund zu gehen“, so Steve Sosnick, Chefstratege von Interactive Brokers. Politische und gesellschaftliche Wetten sind in Deutschland verboten, die Teilnahme kann strafbar sein. Dagegen herrschen ein hohes Verlustrisiko, Suchtgefahr und unsichere Auszahlungen. Legale Angebote erkennen Sie an einer deutschen Lizenz in der offiziellen Whitelist der Glücksspielbehörde. Ein Einsatz, eine Wette, ein möglicher Gewinn und das Gefühl, „es besser zu wissen als die anderen“.
Digitale Wettmärkte greifen dieses Bedürfnis auf und verlagern es seit ein paar Jahren von Sportereignissen auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Statt auf das Ergebnis eines Fußballspiels zu tippen, wird nun auch auf Wahlausgänge, Gerichtsurteile oder Promi-Entwicklungen gesetzt. Die Einsätze werden online platziert, oft über internationale Plattformen. Typisch für diese Märkte sind einfache Ja‑/Nein‑Fragen, zum Beispiel: „Kommt es bis zum Datum X zu einem bestimmten Gesetz?“ oder „Erreicht eine Währung einen bestimmten Kurs?“. Aber auch moralisch fragwürdige Wetten auf Krieg und Frieden oder den Einsatz von bet legale sportwetten osterreich Atombomben stehen gleichberechtigt in den Listen. Zum anderen können einzelne Akteure mit hohen Einsätzen und öffentlicher Aufmerksamkeit die Wahrnehmung der „Wahrscheinlichkeiten“ beeinflussen. Gerade bei politischen Themen kann das zu Interessenkonflikten führen: Wer viel Geld auf einen bestimmten Ausgang gesetzt hat, hat ein unmittelbares Interesse daran, Stimmung zu machen.
Die Einsätze werden in kleine Anteile aufgeteilt, deren Preis sich ständig verändert. Steigt der Preis, heißt das, dass viele Teilnehmende das Ereignis für wahrscheinlich halten. So entsteht der Eindruck eines „Marktes für Wahrscheinlichkeiten“. Denn hier handelt es sich um klassisches Glücksspiel, das von Emotionen und Spekulation lebt. Viele Nutzerinnen und Nutzer unterschätzen dabei, wie sehr Nachrichten, Soziale Medien und Diskussionen das eigene Urteil beeinflussen.
Spontane Reaktionen auf Schlagzeilen können dazu führen, dass immer wieder nachinvestiert wird. Aus einem Experiment kann so eine Gewohnheit werden, die nicht nur Zeit, sondern vor allem Geld kostet. So neu der digitale Anstrich auch wirkt: Rechtlich werden Ereigniswetten auf Politik oder Gesellschaft in Deutschland als Glücksspiel eingeordnet. Und für Glücksspiel gilt ein klarer Grundsatz: Erlaubt ist nur, was ausdrücklich genehmigt wurde (§ 3 Abs. 1 GlüStV 2021).
Eine Erlaubnis erhalten im Wettbereich in der Regel ausschließlich Angebote mit eindeutig überprüfbaren Ergebnissen, klaren Regeln und staatlicher Aufsicht – etwa lizenzierte Sportwetten auf definierte Sportereignisse. Gesellschaftswetten auf künftige Ereignisse außerhalb des Sports fallen nicht darunter (§ 4 Abs. 5 GlüStV) und gelten deshalb als nicht erlaubnisfähig. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) warnte 2025 explizit vor enstprechenden Plattformen, da solche Wetten rechtliche Risiken für Verbraucher und Verbraucherinnen bergen. Zum einen sind die Ereignisse häufig unklar definiert oder nur schwer objektiv feststellbar. Für Menschen in Deutschland bedeutet das: Sowohl die Veranstaltung solcher Wetten ohne Erlaubnis als auch deren bet wettanbieter ohne lugas schnelle auszahlung Nutzung kann strafbar sein.
Hinzu kommt, dass viele dieser Plattformen im Ausland sitzen, teils mit Kryptowährungen arbeiten und sich der deutschen Aufsicht entziehen.
Weil Greene kurz vorher Aktien für zehntausende Dollar gekauft hatte, warfen ihr demokratische Politiker Insiderhandel vor. Die Spekulationen zu Schwab nährte ein Video-Post vom 9. April 2025 von Trump-Assistentin Margo Martin auf der Plattform X. Zu sehen ist darin Trump, wie er im Oval Office auf den anwesenden Schwab zeigt und sagt: Dieser Mann „hat heute 2,5 Milliarden gemacht“. Auch Accounts auf Polymarket können anonym betrieben werden.
"Es ist nahezu unmögliche, die Besitzer der Accounts zu identifizieren", schrieb Bubblemaps-CEO Nicolas Vaiman in einer E-Mail an die „New York Times“. Bubblemaps fand jedoch heraus, dass die sechs Accounts, die mit der „Vorhersage“ der Angriffe auf den Iran insgesamt 1,2 Millionen US-Dollar erzielten, relativ neu waren und lediglich diese eine Wette tätigten. Ebenfalls komplett neu waren die rund 50 Accounts, die die Wette auf die Waffenruhe im Iran-Krieg platzierten, wie eine Recherche des britischen „Guardian“ ergab. Auch in diesen Fällen wurde nur diese eine Wette getätigt. Andrew Verstein, Experte für Insiderhandel an der juristischen Fakultät der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA), bezeichnet die Geschäfte als "zutiefst verdächtig".
Die festgestellten Muster entsprächen dem, was man "erwarten würde, wenn es Handel auf Basis von Insiderinformationen durch Regierungsbeamte und ihre Freunde gäbe", so Verstein. Stutzig macht Experten vor allem das präzise Timing der Wetten. Diese wurden oft in letzter Minute platziert. Zudem deutet die Größe der bet sportwetten anbieter test Einsätze auf eine extreme Gewissheit der Handelnden hin. Im Falle der Polymarket-Accounts ist zudem auffällig, dass sie in der Mehrzahl erst kurz vor einer Wette eingerichtet wurden um diese eine Wette auf ein singuläres Ereignis zu tätigen. Für Teilnehmende ist es dann kaum möglich, ihre Rechte durchzusetzen – etwa, wenn Gewinne nicht ausgezahlt oder Konten gesperrt werden.
Ob die auffälligen Wetten im Zusammenhang mit Ankündigungen Trumps illegal sind, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Auch deshalb, weil die Rechtslage bei Rohstoffen und auf den neuartigen Prognosemärkten komplizierter und weniger erprobt ist als beim Aktienhandel. Für diesen ist grundsätzlich jegliche Nutzung von Insiderinformationen verboten. In den USA gilt das Verbot des sogenannten Insiderhandels seit dem Securities Exchange Act von 1934. In Deutschland ist es in Paragraph 38 des Wertpapierhandelsgesetzes festgeschrieben.
„Man muss aufpassen, dass man nicht ganz übliche Handelsbewegungen deshalb als auffällig ansieht, weil sie in einem unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit diesen Ereignissen stehen“, sagt etwa Lars Klöhn, der sich als Professor für Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht an der Humboldt Universität Berlin intensiv mit dem Finanzmarkt und den dort geltenden Regeln beschäftigt. Florian Heider, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz Instituts für Finanzmarktforschung in Frankfurt am Main SAFE, bewertet die Sachlage ähnlich. Zwar sei die Beobachtung, dass es kurz vor wichtigen politischen Entscheidungen zu teilwiese starken Transaktionen gekommen sei, “eine rote Flagge, dass man da näher hinschauen könnte”, meint Heider. „Aber es kann ja auch sein, dass einfach nur jemand Glück gehabt hat.“ Denkbar wäre auch, dass einige Händler die politische Lage besser analysiert haben, als der Rest des Marktes. Viele große Finanzfirmen beschäftigen für solche Vorhersagen mittlerweile ehemalige Militärs und Sicherheitsberater.
Zudem könnte es sich bei den großen Summen auf dem Ölmarkt um sogenannte Absicherungen (Hedging) gehandelt haben. Dabei wetten große Investoren auf ein bestimmtes Ereignis, um Verluste in anderen Teilen ihres Portfolios auszugleichen, falls dieses Ereignis eintritt. Um Insiderhandel nachzuweisen, müssten mehrere Punkte bewiesen werde: Zum einen, dass die handelnde Person Zugang zu nicht öffentlichen Informationen hatte. Dass diese Informationen potenziell die Preise verändern könnten. Und, dass die Person aufgrund dieser Informationen auch gehandelt hat. Auf den ersten Blick wirken digitale Wettmärkte wie ein spielerischer Umgang mit Nachrichten. Auf den zweiten Blick zeigt sich: Das Risiko liegt fast vollständig bei den Teilnehmenden, nicht bei den Plattformen.
Ein zentrales Problem ist der fehlende Spielerschutz. Anders als bei regulierten Angeboten gibt es meist keine verpflichtenden Limits, keine verpflichtenden Identitätsprüfungen mit Blick auf Alterskontrollen und keine anerkannten Regeln zur Prävention von Spielsucht.
Wer emotional reagiert, kann sehr schnell mehr Geld einsetzen, als ursprünglich geplant war – insbesondere, wenn Einzahlungen per Kreditkarte, E‑Wallet oder Kryptowährung in Sekundenbruchteilen möglich sind. Ereignisse aus Politik und Gesellschaft begleiten uns im Alltag: Nachrichten, Push-Meldungen und Social Media sorgen für dauernde Updates. Wer gleichzeitig Geld auf bestimmte Verläufe gesetzt hat, erlebt jede Meldung als Gewinn- oder Verlustsignal. Das kann Stress auslösen, zu impulsiven Entscheidungen führen und den Alltag erheblich belasten. Nicht zu unterschätzen ist außerdem das Datenrisiko. Für die Nutzung der Plattformen werden häufig persönliche Daten, Zahlungsinformationen oder Wallet‑Adressen benötigt.
| Anbieter | Lizenz | Besonderes Angebot | App-Bewertung (iOS) |
|---|---|---|---|
| Bet365 | Gibraltar | Umfangreiche Live-Streams | 4,6 Sterne |
| Tipico | Deutschland (Glücksspielbehörde) | Starker Fokus auf Fußball | 4,4 Sterne |
| Interwetten | Malta | Hohe Wettlimits | 4,2 Sterne |
| Bwin | Deutschland (Glücksspielbehörde) | Viele Zahlungsmethoden | 4,3 Sterne |
Ob diese Informationen ausreichend geschützt sind, ist von außen schwer zu beurteilen. Geht ein Anbieter vom Netz oder gerät in rechtliche Schwierigkeiten, können Einsätze, Gewinne und Daten dauerhaft verloren sein.