Natürlich gewinnen digitale Werbe-Inhalte in den Zeiten von sozialen Medien zunehmend an Bedeutung. Neben Werbe-Bannern auf Webseiten, gesponserten Links in den gängigen Suchmaschinen oder Werbe-Videos in verschiedenen Apps haben die meisten Glücksspielanbieter*innen in Deutschland Accounts in den gängigen sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder Twitter.
Online-Glücksspielanbieter konnten Lizenzen für Schleswig-Holstein erwerben, die zunächst sechs Jahre lang galten. Vergeben wurden 26 Lizenzen für Sportwettanbieter und 23 Lizenzen für Online-Casinospiele. Das führte allerdings dazu, dass Sportwettanbieter – so wie viele andere Anbieter von Glücksspielen – nicht nur in Schleswig-Holstein warben, sondern bundesweit. Oder es war ein meist sehr schnell gesprochener Nebensatz zu hören, in dem darauf hingewiesen wurde, dass das Angebot nur für Spieler*innen mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein gilt. Dennoch waren die Online-Glücksspiele für alle Deutschen ab 18 Jahren leicht zugänglich und in deutscher Sprache verfasst.
Kaum eine Person, die nicht im nördlichsten Bundesland wohnte und sich nicht genau mit den rechtlichen Regelungen befasst hatte, konnte auf die Idee kommen, dass sie illegal – oder zumindest in einem rechtlichen Graubereich tippte. Viele Anbieter warben dazu mit vermeintlich EU-weit gültigen Lizenzen aus Malta oder Gibraltar, wo sie häufig ihren Firmensitz hatten und noch haben. Nach der Rückkehr zum GlüStV bleiben bestehende Lizenzen trotzdem gültig Nach der Abwahl der CDU/FDP-Landesregierung kehrte das Land unter der Koalition aus SPD, Grünen und SSW im Jahr 2013 zum gemeinsamen GlüStV zurück – doch die auf mehrere Jahre erteilten Lizenzen für Wettanbieter im Internet bestanden fort, wurden 2019 von der Jamaika-Koalition verlängert und gelten teilweise bis heute. Parallel trat Schleswig-Holstein erneut dem GlüStV bei. EuGH: Urteil über Sonderweg Schleswig-Holsteins und Online-Glücksspielverbot Im Juni 2014 gab der EuGH dem Sonderweg Schleswig-Holsteins quasi recht.
Der Sportwettanbieter Digibet hatte gegen das Verbot von Online-Glücksspiel in Deutschland geklagt. Die Frage war dabei, wie es sein kann, dass Online-Sportwetten nur in einem Bundesland erlaubt sind, im Rest des Landes aber nicht. Der EuGH meint dazu: Das zeitweilige Ausscheren des Landes aus dem Glücksspielstaatsvertrag habe die striktere Verbotspolitik der übrigen deutschen Bundesländer nicht infrage gestellt. Der Weg aus dem Chaos: Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) Dennoch wurde klar, dass ein zentrales Organ zur Kontrolle hermuss. Die Hoffnung liegt nun auf der GGL, die gerade in Sachsen-Anhalt aufgebaut wird und am 1. Zusätzlich setzt man auf Werbung durch Influencer*innen, um Produkte in den aktuell relevantesten sozialen Medien wie TikTok oder Twitch zu bewerben. Obwohl einige Plattformen die Werbemöglichkeiten für Glücksspiele in jüngster Zeit eingeschränkt haben, sind die Möglichkeiten für Glücksspielwerbung, nicht zuletzt durch die sozialen Medien, vielfältiger geworden.
Saskia Rößner: Was sind Besonderheiten von Glücksspiel-Werbung in sozialen Medien? Johannes Singer: Zur Beantwortung dieser Frage lohnt sich zunächst ein Blick auf die Besonderheiten sozialer Medien.
Sie ermöglichen uns immer und überall, unabhängig von Ort und Zeit, miteinander zu interagieren und zu kommunizieren.
1. Januar 2023 Die neue Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) soll nun als Aufsichtsbehörde bundesweit vollumfänglich aktiv werden. Zentrale Aufgabe der GGL ist es, den deutschen Online-Glücksspielmarkt zu regulieren, in dem sie länderübergreifend Glücksspielangebote im Internet prüft und genehmigt und dafür sorgt, dass die erlaubten Anbieter die Regeln zum Schutz der Spieler*innen vor Glücksspielsucht und Manipulation einhalten. Seit Juli 2022 geht die GGL gegen unerlaubte Angebote und die Werbung hierfür rechtlich vor. Die neue Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) soll nun als Aufsichtsbehörde bundesweit vollumfänglich aktiv werden.
„Dieses Angebot gilt cas casino spiele deutschland nur für Spieler mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein“ – das ist ein aus der Werbung für Online-Glücksspiel bekannter Satz. Das Problem: Für Sportwetten und virtuelle Automatenspiele, die nur im nördlichsten Bundesland erlaubt waren, wurde in ganz Deutschland geworben. Sonderregelung Schleswig-Holsteins verursacht Chaos im ganzen Land Das bedeutet: Jedes Bundesland kann selbst bestimmen, wie Glücksspiel geregelt wird. Zu Zeiten, als Glücksspiel ausschließlich vor Ort in Spielbanken und Wettannahmestellen stattfand, ergab diese Zuständigkeit mehr Sinn. In der digitalen Welt ist es hingegen nahezu unmöglich, den Raum für eine gesetzliche Regelung auf ein Bundesland einzugrenzen.
Daher haben sich alle Bundesländer geeinigt, ein gemeinsames Gesetzeswerk in Form eines Staatsvertrages zu erarbeiten. Die getroffenen Regelungen gingen Schleswig-Holstein nicht weit genug. Insbesondere die FDP setzte sich für eine weitergehende Liberalisierung ein. Das Beispiel Schleswig-Holsteins zeigt, wie die Sonderregelung für einen Teil Deutschlands landesweites Chaos verursacht hat. Online-Glücksspiel: Nur in Schleswig-Holstein erlaubt, aber in ganz Deutschland beworben Im Jahr 2011 schlug Schleswig-Holstein als einziges Bundesland einen eigenen Weg ein und erließ ein Gesetz, das das Online-Glücksspiel legalisierte. Nicht zuletzt deswegen nehmen soziale Medien einen immer größeren Stellenwert in unserem Alltag ein.
Januar 2023 vollumfänglich einsatzfähig sein soll. Ob die ausgeuferten Zustände beim Online-Glücksspiel inklusive Online-Sportwetten und der cas online casino 5 euro einzahlung online banking Werbung dazu in den Griff zu bekommen sind, bleibt abzuwarten. Aktuell klagen fast alle zugelassenen Sportwettanbieter gegen zentrale Spielerschutzvorschriften wie z.B. das monatliche 1.000-€-Einzahlungslimit für Online-Sportwetten. Und das, obwohl die Behörde bereits großzügige „Ausnahmen“ bis zu 30.000 € monatlich gewährt hat.
BgSwW-Pressemitteilung: „Pokal-KO für tipico!“ – Keine Wettwerbung auf Amateurplätzen!13. Verbotene Live-Wetten fluten das Netz 22. Januar 2025 - 09:30 Innenminister:innen der Länder fordern, dass illegale Glücksspielangebote ausländischer Anbieter für den deutschen Markt „aufgedeckt, konsequent verfolgt und angemessen bestraft werden“16. ARD-Doku: Spielverderber – wie Wettbetrüger den Fußball manipulieren25. BGH ruft EuGH in Sportwetten Prozess an25.
Sportwetten bei der EM: Das Spiel und die Sucht7. ZDF frontal: Warum Sportwetten kein harmloses Hobby sind – mit Nico Heymer3. Schicke uns deine ausgefüllte Beitrittserklärung und unterstütze unser Team! Hinsichtlich der Art und Weise, wie geworben werden darf, bestehen Einschränkungen. So darf Glücksspielwerbung zum Beispiel nicht den Eindruck erwecken, dass Spielerinnen und Spieler Einfluss auf Glücksspiele nehmen können. Das zeigt sich auch daran, dass die Relevanz sozialer Medien in den vergangenen Jahren stetig zugenommen hat.
Die aktuelle ARD-ZDF-Onlinestudie aus dem Jahr 2021 bestätigt diesen Trend auch für Deutschland. Gerade in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen nutzt eine Mehrheit, nämlich 66 % der Befragten, soziale Medien mindestens einmal am Tag. Parallel zur Häufigkeit steigt auch die Nutzungsdauer.
Das möchten wir mir diesem Interview nachholen. Wir haben Johannes Singer, Doktorand am Gambling Research Center der Universität Hohenheim, gefragt, was es mit Social Media und Glücksspiel auf sich hat. Saskia Rößner: Wo findet sich heute überall Werbung für Glücksspielangebote? Johannes Singer: Letztendlich kann uns Werbung für Glücksspielangebote überall in unserem alltäglichen Leben begegnen – beispielsweise Angebote für Lotterien beim Einkaufen, Reklame für Wettanbieter*innen bei Sportveranstaltungen oder Werbe-Slogans im Radio auf dem Weg zur Arbeit. Aber auch daheim auf dem Sofa begegnen uns Glücksspielangebote wie Werbe-Spots im TV. Soziale Medien sind zu unseren alltäglichen Begleitern geworden und strukturieren zunehmend unser Verhalten sowie unsere Wahrnehmung.
Wenn Sie Hinweise darauf haben, dass Werbung für legal in Hamburg vor Ort angebotenes Glücksspiel gegen diese Vorgaben verstößt, können Sie dies der zuständigen Stelle melden. Sie können auch melden, wenn Sie Hinweise darauf haben, dass für illegales Glücksspiel vor Ort in Hamburg geworben wird. Vor kurzen haben wir Dr. Tobias Hayer zum Trend von Glücksspiel-Streaming auf Twitch und cas online casino ohne oasis bonus ohne einzahlung YouTube interviewt. Auf das Thema Glücksspiel-Werbung in sozialen Medien konnten wir dabei nicht tief genug eingehen. Vor diesem Hintergrund erscheinen soziale Medien als Werbeplattform vielversprechend, um möglichst viele Personen weltweit anzusprechen.
| Fall / Parteien | Streitgegenstand | Gericht / Datum | Entscheidung (Kernaussage) |
|---|---|---|---|
| Wettbewerbszentrale vs. Sportwettenanbieter XY | TV-Werbung vor 21:00 Uhr mit prominentem Testimonial | LG Köln, 2023 | Werbung unzulässig, Verstoß gegen zeitliche Beschränkung und JuSchG |
| Privatperson vs. Online-Casino | Irreführende Werbung ("kostenlose Spins") | OLG Frankfurt, 2024 | Werbung war irreführend, Schadensersatzansprüche möglich |
| GGL vs. Unlizenzierter Auslandsanbieter | Werbung auf deutschen Websites ohne deutsche Lizenz | Verwaltungsgericht Wiesbaden, 2024 | Bußgeld verhängt, Zugangssperren für Website angeordnet |
| Land Hessen vs. Rundfunkanstalt | Zulässigkeit von Glücksspielwerbung im öffentlich-rechtlichen Radio | OVG Kassel, 2023 | Werbung ist grundsätzlich zulässig, muss aber strengen Regeln folgen |
Dafür bedarf es keiner aufwendigen Werbekampagnen, da die Nutzer*innen die Reichweite der Werbeinhalte selbst erhöhen.
Damit ist die sogenannte Experimentierphase – und somit auch die rechtliche Grauzone – beendet. Auf der Whitelist des Landes Sachsen-Anhalt finden sich aktuell alle Anbieter mit einer deutschen Lizenz. Das Bundesland Hessen vergibt nach den Richtlinien des Glücksspielstaatsvertrags erste deutsche Lizenzen an Wettanbieter. Juli 2021 Der neue GlüStV tritt in Kraft. Das grundsätzliche Verbot für Glücksspiele im Internet wird aufgehoben.
Für die Werbung gilt nun: Wer eine gültige Lizenz für den deutschen Markt hat, darf auch in TV und Hörfunk werben. So kam es zum Beispiel auch zur Zusammenarbeit zwischen Tipico und der Sportschau am Samstag auf ARD. Aktive Sportler*innen und Funktionär*innen dürfen hingegen nicht mehr für Wettanbieter werben. Ehemalige Sportler*innen sind von diesem Verbot jedoch nicht betroffen. So kommt es, dass zum Beispiel Lothar Matthäus weiterhin für Sportwetten wirbt.
13. April 2022 Der Fachverband Glücksspielsucht e.V. (FAGS) erwirkt gegen Borussia Mönchengladbach eine einstweilige Verfügung. Der Erstligist hatte Bandenwerbung für den Sportwettanbieter Unibet präsentiert, obwohl Unibet in Deutschland über keine Lizenz verfügt. Der Fußballverein unterzeichnete die geforderte Unterlassungserklärung und verhüllte die Bandenwerbung.